Pflege von Olivenbäumen

Oliven wachsen am Olivenstrauch. Totaler Unsinn, meinen Sie? Nein, tatsächlich sind Oliven eigentlich Strauchgewächse. Die Olivenbäume, die man heutzutage kennt, sind das Produkt von menschlicher Kultivation und teils Jahrtausende alten Schnitttechniken. Wie aufwändig die Pflege der grünen Gewächse ist, beschreiben wir in unserem heutigen Blogbeitrag.

Sanfte Hügel, eine leichte Brise vom Meer und das sachte Rascheln grüner Olivenblätter – so kennt man den Cilento. Und wer möchte sich da nicht gleich hineinträumen in romantische Olivenhaine, hohes Gras, verwunschene Kräuter und allerlei Vögel und Schmetterlinge? Doch so pittoresk das auch anmutet – ein völlig verwilderter Olivenhain produziert kein gutes Öl. Das beste Öl wird nämlich dann gewonnen, wenn die Oliven zum perfekten Reifezeitpunkt geerntet werden. Dafür müssen sie maschinell oder per Hand, vor allem aber genau terminiert gepflückt werden. Das aber funktioniert natürlich nur, wenn zwischen den Bäumen ausreichend Platz ist. In verwilderten Hainen, in denen der Unterboden nicht ab und an gemäht wird, kann nur mit Auffangnetzen gearbeitet werden. Weitere Details zur Ernte verraten wir übrigens in unserem nächsten Beitrag.

Damit aus der Olivenpflanze, die ohne Pflege zu einem Strauchgewächs heranreifen würde, ein richtiger Olivenbaum wird, braucht es den richtigen Schnitt. Doch nicht nur in jungen Jahren, in denen es darum geht, nur einen der Triebe zu einem starken Stamm heranreifen zu lassen, will ein Olivenbaum umsorgt werden: Auch die knorrigen, alten Bäume müssen regelmäßig zugeschnitten werden. Der Zeitpunkt ist dabei ganz entscheidend, denn die Bäume sind, obwohl sie so robust aussehen, sehr empfindlich. Direkt nach dem Schnitt treiben die Bäume nämlich neu aus – wenn die kalte Jahreszeit dann erst noch bevorsteht, ist das sehr gefährlich. Deshalb wird meist ein Zeitpunkt im Januar abgepasst, wenn die Bäume in einer Art Winterruhe sind. In einem strengen Winter können sie durch Frost schwer geschädigt werden und bei einem Waldbrand brennt das trockene Holz extrem schnell. Doch die Olivenbäume haben von Mutter Natur einen Trick mit in die Gene gelegt bekommen: Selbst schwer beschädigte Pflanzen können im innersten Kern überleben und aus den Wurzeln wieder neu austreiben.

Eine weitere Gefahr für die Olivenbäume stellen Insekten dar, vor allem die Olivenfliege. Das völlig harmlos aussehende Tier kann schwerste Schäden verursachen und ganze Ernten vernichten. Die Fliegen vermehren sich in feuchten Gebieten rasch und so sind vor allem meeresnahe Anbaugebiete von dieser Plage bedroht. Die Fliegen legen ihre Eier ins Olivenfleisch. Der geschlüpfte Wurm ernährt sich vom Fruchtfleisch bis er sich als Made verpuppt. Die beschädigte Olive fällt ab und wenig später schlüpft aus ihr eine neue Fliege. Dadurch werden nicht nur die Oliven unbrauchbar, sondern stellen selbst wenn sie am Boden liegen eine Gefahr für die noch gesunden Früchte am Baum dar. Während konventionell produzierende Olivenbauern mit Insektengiften versuchen dem Herr zu werden und dabei die Natur in der Umgebung (vor allem die vielen Nützlinge, die sich im Hain tummeln) schädigen, vertrauen Biobauern auf ökologische Fliegenfallen mit speziellen Lockstoffen auf Hormonbasis.

Durch den Kauf eines biologischen Olivenöls tun Sie also nicht nur sich und Ihrem Körper etwas Gutes, sondern schonen auch die Umwelt.

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