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5 Spezialitäten aus Kampanien, die Sie im Urlaub probieren sollten

In Italien und darüber hinaus gilt Kampanien vielen Kennern und Food-Experten als die Region, in der man am besten isst. Während in der Metropolregion Neapel Pizza und Streetfood zum Lifestyle gehören, an der Amalfiküste oft die Zitronen über allem stehen, werden die Menschen im Cilento aufgrund der traditionellen mediterranen Ernährung besonders alt.

Was müssen Sie während einer Reise nach Kampanien unbedingt probieren und von welchen Geheimtipps werden Sie überrascht sein? Hier kommen unsere Top 5 aus der lokalen Küche.

#1 Mozzarella di Bufala Campana – Kampaniens berühmter Käse

Mozzarella ist nicht gleich Mozzarella. Was man in den Käsereien und auf den Büffelfarmen Kampaniens findet, ist mit nichts zu vergleichen, was wir aus Deutschland kennen.

Der zentrale Unterschied liegt in der Milch begründet. Die Büffelmilch ist cremiger, da sie einen rund doppelt so hohen Fettgehalt im Vergleich zur Kuhmilch aufweist. Dementsprechend ist der Büffelmozzarella feiner in seiner Konsistenz und intensiver im Geschmack als Kuhmilch-Mozzarella. Wer es besonders cremig mag, sollte außer dem Büffelmozzarella die Burrata probieren.

Wie viele andere Produkte aus Kampanien ist der Büffelmozzarella mit dem DOP-Siegel gekennzeichnet. Das heißt, dass die Herkunft, die Rohstoffe und der Prozess der Herstellung geschützt sind. Als Mozzarella di Bufala Campana darf nur bezeichnet werden, was zu 100 Prozent aus Büffelmilch innerhalb der Grenzen Kampaniens hergestellt wird. Die Herstellung, sprich das Zupfen des Mozzarellas, gilt als eigenes Handwerk. Somit entsteht echte Büffelmozzarella stets in reiner Handarbeit.

Ein besonderes Erlebnis für Gäste in der Region Kampanien ist der Besuch einer Büffelfarm. Am Vormittag kann man vielerorts den Käsern bei ihrer Arbeit zuschauen, die Tiere aus nächster Nähe sehen und diverse Köstlichkeiten aus Büffelmilch oder Büffelfleisch probieren. Einer der bekanntesten Betriebe, die diese Art von Führung und Erlebnis anbieten, ist Vannulo aus Paestum.

#2 Pizza fritta – Neapel einmal anders

Neapel is(s)t Pizza. Inzwischen wurde der süditalienische Küchenklassiker sogar zum Weltkulturerbe erklärt. Die Neapolitaner jedoch lieben Streetfood und ihre frittierte Pizza. Das klingt nach jeder Menge Kalorien, aber wenn man schon in Neapel ist, dann darf dieses kulinarische Abenteuer definitiv nicht fehlen.

Die Pizza fritta wirkt auf den ersten Blick wie eine Pizza Calzone. Jedoch wird sie nicht im Ofen gebacken, sondern frittiert. Das macht den Hefeteig angenehm knusprig. Die Füllung ist in der Regel nicht opulent, sondern besteht meist aus Ricotta, Provola, kleinen Fleisch-/ Wurststückchen und Pfeffer.

Entstanden ist die Pizza fritta, wie so viele Gerichte in Süditalien, aus dem Mangel heraus. Das Fehlen frischer Zutaten sowie funktionierender Pizzaöfen während und nach dem Krieg riefen das Improvisationstalent der Neapolitaner auf den Plan. Gefüllt wurde die Pizza mit den regionalen Lebensmitteln, die einfach zu besorgen oder von denen schlichtweg Reste übrig geblieben waren. Die frittierten Pizze wurden schließlich direkt ab der Haustür verkauft und im Stehen und Gehen auf der Straße verzehrt. Das hat sich übrigens bis heute nicht geändert. 

Darum gilt: Pizza fritta wird auf der Straße und nicht im Ristorante gegessen!

#3 Pasta di Gragnano – Pasta aus der Stadt der Nudeln

Die beste Pasta der Welt kommt aus Gragnano. Das schreiben unzählige Food-Experten, Blogger und Influencer. Und auch unsere italienischen Freunde schwören auf die Nudeln, die aus Gragnano bei Castellammare di Stabia kommen.

Ob Pasta gut gelingt, liegt oft an ihrer Trocknung. Durch ein spezielles Mikroklima hat der Ort Gragnano hier den entscheidenden Vorteil. Trockene Bergwinde und eine feuchte Meeresbrise sind seit jeher der ideale Mix, um die Hartweizennudeln schonend und langsam an der Luft zu trocknen. Es ist kaum möglich, diese Art der Trocknung technisch nachzuahmen.

Eine wesentliche Zutat der Pasta ist zudem das Bergquellwasser der nahegelegenen Monte Lattari, das sehr kalkarm ist. Es beeinträchtigt den eigentümlichen Geschmack des Hartweizens nicht und sorgt für eine gute Elastizität der Nudeln. Diese wiederum ist wichtig beim Kochvorgang, denn so zerbrechen sie im heißen Wasser nicht.

Was über Gragnano hinaus verbreitet, aber auch hier bei der Pastaherstellung essenziell ist, sind die Bronzeformen, durch die der Nudelteig gepresst wird. Die Pastamacher aus Gragnano benutzen ausschließlich Bronzeformen. Sie rauen die Oberfläche der Nudeln an, woran wiederum die Nudelsauce besser anhaften kann.

Die typischsten Pastasorten bzw. -formen aus Gragnano decken sich mit denen, die man generell aus dem Süden Italiens kennt: Paccheri, Spaghetti, Calamarata und Fusilli.

 #4 Alici di Menaica – eine besondere Spezialität des Cilento

Seitdem wir den Cilento kennen und bereisen, haben sich die silbrig schimmernden Sardellen von einem Nischenprodukt zu einer gefragten Delikatesse gewandelt. Diese Tatsachen haben sie maßgeblich dem unermüdlichen Einsatz von Donatella Marino und ihrer Familie zu verdanken. Man könnte sie als Markenbotschafter der Alici di Menaica bezeichnen.

Was macht die Sardellen aus dem Cilento aber so besonders? Es ist in erster Linie die Fangmethode, die auf eine antike Technik zurückgeht. Diese etablierten einst die Griechen an den Küsten Süditaliens. Die Menaica-Fangmethode wurde jedoch an den meisten Orten aufgegeben und geriet in Vergessenheit. Im Cilento wird sie bis heute praktiziert.

In den grobmaschigen Netzen verfangen sich nur die ausgewachsenen Tiere mit ihren Köpfen. Nachdem sie von Hand aus den Netzen gelöst werden, bringen die Fischer sie ohne Einsatz künstlicher Kühlmittel an Land. Auch die Haltbarmachung der Sardellen erfolgt nach einem antiken Rezept: sie werden in große Gefäße geschichtet. Zwischen jede Schicht Sardellen gibt man grobes Meersalz. In dieser Form „reifen“ die Alici di Menaica über mehrere Wochen. Das Salz entzieht ihnen langsam und auf natürliche Weise das Wasser.

Da sie vorab in den Netzen bereits ausgeblutet sind, ergibt sich ein zartes und intensiv schmeckendes Produkt. Die Alici di Menaica findet man im Cilento als Vorspeise, als Teil von Nudelgerichten und sogar auf Pizza.

Mehr über die Alici di Menaica und ihre Geschichte erfahren Sie hier.

#5 Zitronen von der Amalfiküste – mehr als nur Limoncello

Ähnlich wie bei Mozzarella gilt auch hier: Zitrone ist nicht gleich Zitrone. Die Amalfi-Zitrone ist eine eigene, geschützte Art (Sfusato amalfitano) und unterscheidet sich in Form, Größe und Aroma von anderen Zitronensorten.

Wer schon einmal eine der großen Amalfi-Zitronen in der Hand hatte, wird sich vielleicht noch an die raue und unebene Schale erinnern. Wenn man die Frucht anschneidet, fällt außerdem auf, wie dick ihre Schale ist. Genau von dieser Schale wird bei der Limoncello-Herstellung sehr viel benötigt. Sie enthält kaum Bitterstoffe, dafür ist sie reich an ätherischen Ölen, die dem Likör seinen intensiven Geschmack verleihen.

Das Fruchtfleisch der Amalfi-Zitrone gilt außerdem als sehr saftig und ist vergleichsweise süß. Zurückzuführen ist das auf die besonderen klimatischen Bedingungen der Küstenlandschaft: warme Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit verleihen den Zitronen ein einmaliges Aroma. Und das macht sie wiederum so beliebt in der lokalen Küche.

Ob Nudelgericht oder Süßspeise – die Amalfi-Zitrone wird Sie in ihrer Vielfältigkeit überraschen. Eines unserer absoluten kulinarischen Highlights an der Amalfiküste ist das Dessert Delizia al limone. Das feine, cremige Zitronentörtchen schmeckt einfach nach Süditalien pur und findet sich auf fast jeder Speisekarte wieder.

Die Zitronen sind dabei nicht nur ein Genuss für den Gaumen, sondern auch für die Augen. Um sie an den Steilhängen der Amalfiküste kultivieren zu können, wurden seit dem 11. Jahrhundert aufwendige „Terrassenlandschaften“ angelegt. Ein ähnliches Bild kennen Sie vielleicht auch aus der Region Ligurien. Die Zitronenbäume wachsen an der Amalfiküste und auf der Sorrentiner Halbinsel meist nicht nach oben, sondern werden an Pergolen angebunden. Das soll die Früchte vor Wind schützen. Es verleiht der Amalfiküste auch ein einzigartiges Landschaftsbild. 

Fazit

Wie Sie sehen, lohnt eine Reise nach Kampanien in mehrfacher Hinsicht. Nicht umsonst erhielten wir von Reisenden so oft das Feedback, dass das Essen so lecker war. Wir hoffen, dass Sie nun noch Appetit auf mehr haben, denn im zweiten Teil unserer kulinarischen Entdeckungsreise geht es weiter mit fünf ganz speziellen Köstlichkeiten aus dem Cilento.

Urlaub im Cilento

Urlaub an der Amalfiküste


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